Adam-Remmele-Schule GWRS
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Wer war Adam Remmele?

Adam Remmele wurde am 26. Dezember 1877 in Altneudorf bei Heidelberg geboren. Er wuchs zusammen mit einer Schwester und zwei Brüdern als ältester Sohn eines Müllers auf. Mit 13 Jahren begann sein Arbeitsleben. Früh an die harte Arbeit des Vaters gewöhnt, erlernte Adam Remmele wie dieser den Müllerberuf, den er 1890 bis 1903 ausübte. Von 1903 bis 1905 leitete er das „Städtische Arbeitsamt“ in Ludwigshafen am Rhein. Adam Remmele verließ diese Stellung, um in den Vorstand des Deutschen Mühlenarbeiterverbandes mit Sitz in Sachsen-Altenburg einzutreten, wo er von 1906 bis 1908 tätig war.

Adam Remmeles politische Heimat war die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Sein Hauptinteresse galt der politischen Arbeiterbewegung. Er war gewerkschaftlich organisiert sowie in der konsumgenossenschaftlichen Bewegung tätig. Adam Remmele kämpfte leidenschaftlich gegen die Ausbeutung der Arbeiter und trat schon früh für geregelte Arbeitszeiten und sozialen Schutz ein. Von 1908 bis 1917 war Remmele Redakteur der „Mannheimer Volksstimme“. Er gehörte in dieser Zeit auch dem Mannheimer Stadtrat an. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm er im Jahre 1918 den Vorsitz der Arbeiterräte in Baden. Der Regierung des Landes Baden gehörte Adam Remmele von April 1919 bis September 1931 an. Er war Minister des Innern und führte neben diesem Amt auch das Unterrichts-, Kultus- und Justizministerium. Während seiner Amtszeit wurde ihm zweimal das Amt des Staatspräsidenten von Baden übertragen. In den Jahren 1928 bis 1932 war er auch Mitglied des Deutschen Reichstages in Berlin.

In Anerkennung seiner Verdienste um das Land Baden, besonders bezüglich der Errichtung moderner klinischer Neubauten, wurde Adam Remmele am 6. November 1926 von der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg der Titel „Doktor h.c.“ verliehen. Dieser Titel wurde ihm jedoch auf Befehl der Badischen Regierung 1934 wieder aberkannt.

Adam Remmele war ein zäher, zielbewusster Arbeiter, der an sich selbst und an andere strenge Maßstäbe anlegte. Er war nicht leicht zufriedenzustellen, wirkte oft autoritär, zeigte jedoch stets die Bereitschaft, konstruktive Kritik zu akzeptieren. Bei Kollegen, Partnern und Freunden liebte er die Offenheit, die seine eigene Persönlichkeit auszeichnete. Adam Remmele trat 1931 aus eigenem Entschluss aus der Badischen Regierung aus, weil er,  wie er in seinen Erinnerungen schreibt, „der politischen Brunnenvergiftung wegen amtsmüde“ geworden war. Je mehr er sich mit der Konsumgenossenschaft befasste, desto stärker fühlte er sich mit dieser Bewegung verbunden. Im Jahre 1932 wurde Adam Remmele in den Vorstand des Zentralvereins deutscher Konsumvereine gewählt, wo er seit 1908 ehrenamtlich gewirkt hatte. Diese Tätigkeit in Hamburg war zugleich die letzte Berufsstellung vor dem Mai 1933.

Am 4. Mai 1933 wurde Adam Remmele in Hamburg verhaftet. Zusammen mit den sozialdemokratischen Persönlichkeiten und Freunden Marum, Stenz, Grünebaum, Furrer, Sammet und Heller wurde Adam Remmele im offenen Wagen vom Landesgefängnis in der Riefstahlstraße in das Konzentrationslager Kislau überführt. Der Weg führte vom Mühlburger Tor über die Kaiserstraße zum Polizeipräsidium. Das schändliche Schauspiel verlief zur vollen Zufriedenheit des „erwachten Deutschland“. An den Straßenecken spielten Musikkapellen das Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“, um den gelernten Müller Adam Remmele besonders zu demütigen. Handzettel zum Mitsingen wurden an die Schaulustigen verteilt.

Am folgenden Tag sprach die NS-Tageszeitung von einem „riesigen Andrang“, der den gesamten Verkehr zum Erliegen  gebracht habe, und es steht zu fürchten, dass die Zeitung in diesem Punkt nicht die Unwahrheit gesagt hatte. Adam Remmele wurde 1934 aus dem Konzentrationslager Kislau entlassen, bekam jedoch bis 1937 ein Reiseverbot auferlegt und stand die ganzen Jahre hindurch unter Polizeiaufsicht. Alle drei bis vier Monate wurde er von der Polizei verhört. Er überstand die Jahre der Naziherrschaft als selbständiger Kaufmann in Hamburg.

Nach dem Krieg widmete sich Adam Remmele dem Wiederaufbau der Genossenschaftsbewegung. Bis Ende März 1949 gehörte er dem Vorstand des Zentralverbandes an. Am 16. Mai 1948 wurden dem verdienten Staatsmann Adam Remmele die Ehrenbürgerrechte der Stadt Karlsruhe verliehen. Der ehemalige Staatsminister von Baden verstarb am 9. September 1951 in Freiburg. 1877 bis 1951 – mehr als sieben Jahrzehnte Leben in einer Zeit des Umbruchs, überfüllt von Ereignissen und Katastrophen. Adam Remmele erlebte den Niedergang des Kaiserreiches, den 1. Weltkrieg und eine gescheiterte Revolution, die Weimarer Republik, die unselige Zeit des nationalsozialistischen Terrors, den 2. Weltkrieg.

Als er starb, waren die Bundesrepublik und die DDR gerade zwei Jahre alt.


Brigitte Ayat

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